Sandoz AG

Sandoz baut Biosimilar-Pipeline mit chinesischer Henlius weiter aus

Sandoz erweitert seine Biosimilar-Pipeline mit einer strategischen Kooperation mit dem chinesischen Biotechunternehmen Shanghai Henlius. Die Vereinbarung umfasst bis zu zehn Biosimilars und könnte für Sandoz Zahlungen von bis zu 322 Mio. US-Dollar auslösen.

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Zunächst vereinbarten die Partner Sandoz und Henlius vier Projekte: Biosimilars zu Cetuximab, Evolocumab und Belimumab sowie eine Option auf rekombinante humane Hyaluronidase. Sandoz erhält die weltweiten Vermarktungsrechte außerhalb Chinas, während Henlius Entwicklung und Herstellung übernimmt. Für die zunächst vereinbarten Projekte könnten kurzfristig bis zu 100,5 Mio. US-Dollar an Zahlungen anfallen; der Großteil der insgesamt bis zu 322 Mio. US-Dollar ist an Meilensteine geknüpft.

Das Cetuximab-Biosimilar befindet sich bereits in der klinischen Entwicklung. Das Referenzpräparat Erbitux wird unter anderem bei bestimmten Patienten mit metastasiertem Darmkrebs sowie Kopf-Hals-Tumoren eingesetzt. Das geplante Evolocumab-Biosimilar zielt auf die Behandlung von Hypercholesterinämie und die Prävention kardiovaskulärer Ereignisse. Belimumab wird bei systemischem Lupus erythematodes und Lupusnephritis eingesetzt. Evolocumab und Hyaluronidase befinden sich noch in der technischen Entwicklung, Belimumab in einem frühen Entwicklungsstadium.

Pipeline wächst auf bis zu 46 Kandidaten

Mit der Vereinbarung wächst Sandoz‘ Biosimilar-Pipeline auf 39 Wirkstoffe, mit den zusätzlichen Optionen perspektivisch auf bis zu 46. Der Konzern bezeichnet sich mit 13 bereits verfügbaren Molekülen in knapp 100 Ländern als weltweit führenden Biosimilar-Anbieter.

Strategisch setzt Sandoz damit auf einen Markt, in dem in den kommenden Jahren zahlreiche Biologika ihren Patentschutz beziehungsweise ihre Marktexklusivität verlieren. Für den Konzern ist das Henlius-Abkommen zugleich eine Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit: Bereits im April 2025 hatten beide Unternehmen eine globale Kooperation für das Krebsmedikament Ipilimumab vereinbart.

Aufgabenteilung auch bei Biosimilars

Der Deal zeigt damit ein für das Biosimilar-Geschäft immer typischeres Modell: Sandoz bringt globale Entwicklung, Zulassung und Vermarktung ein, während Henlius Entwicklungs- und Produktionskapazitäten bereitstellt. Für Sandoz bedeutet das einen vergleichsweise kapitalleichten Ausbau der Pipeline – und zugleich Zugang zu Wirkstoffen, deren Marktchancen durch den bevorstehenden Verlust der Exklusivität der Originalpräparate steigen. Insgesamt erinnert auch der Biosimilar-Bereich zunehmend der Aufgabenteilung zwischen Pharma und Biotechunternehmen: die kleineren, agilen, flexiblen Biotechs tragen die Entwicklung bis zu einem bestimmten Punkt, wenn die Zulassung wahrscheinlicher wird übernimmt Big Pharma.

Das „klein“ in diesem Vergleich soll nicht auf Henlius angewendet werden, die mit fast 4.000 Beschäftigten und einer Marktkapitalisierung von mehreren Milliarden US-Dollar schon etwas größer sind. Aber die hohe Geschwindigkeit und Flexibilität in der Entwicklung, das „Schnellboot-Verhalten“ im Vergleich zur traditionellen Pharmaindustrie scheint dort ausgeprägt zu sein, so wie man dieses Etikett auch gerne den Biotechunternehmen umhängt.

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